Bundesagentur für Arbeit

Informationsgespräch BA und Gewerkschaften

Informationsgespräch BA und Gewerkschaften

Informationsgespräch der BA mit den Gewerkschaften

Der Vorstand der BA hatte am 08. März 2018 die Gewerkschaften zu einem Informationsgespräch in die FBA nach Lauf zu aktuellen Themen der Geschäftspolitik eingeladen.
ver.di wurde durch Gabriele Gröschl-Bahr (Bundesvorstandsmitglied und Mitglied im Verwaltungsrat der BA), Bettina Weitermann (Tarifsekretärin der ver.di-BA-Tarifkommission), Michael Nitsch (Sprecher des Bundesfachgruppenvorstands Arbeitsverwaltung), Franz Mevenkamp und Giuseppe Di Benedetto (Mitglieder im Präsidium des Bundesfachgruppenvorstands) sowie Robert Buhse in Vertretung des Vorsitzenden des Hauptpersonalrats der BA vertreten.

Herr Michael Kühn (Geschäftsführer Personal/Organisationsentwicklung in der Zentrale) führte durch das umfangreiche Programm. Der Einstieg begann mit der Frage, was die BA nun aus der Gesundheitsstrategie 2025 und den ENG-I Ergebnissen macht und wohin die Inhalte weiterentwickelt werden.

Beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement ist die Spannbreite der Möglichkeiten groß, aber das zugeteilte Budget eher klein. Im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagement stellen wir leider immer wieder fest, dass die Gespräche selten “stärkenorientiert” sind, sondern lediglich im Fokus steht, welche Stelle gerade zufällig frei ist und welcher Organisationsbereich sich am Wenigsten wehrt.

Wir brauchen eine Kultur der Wertschätzung und des Respekts. Es muss die Möglichkeit geben, dass jede/jeder von uns seine Stärken einbringen und dabei Erfolge erzielen kann. Arbeitsinhalte müssen mit Sinn und weniger von Zahlen geprägt sein und die zwischenmenschlichen Beziehungen – das “Teamklima” – muss dazu beitragen, dass (fast) jede/jeder gerne zur Arbeit kommt.

Auf dem Weg zu einer attraktiven Arbeitgeberin – mit guten Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen – hat die BA noch einiges zu leisten.

Das Projekt Lebensbegleitende Berufsberatung (LBB) bringt Hoffnung in die Welt der BA. Kernaufgaben, sinnvolle Inhalte und komplexe Beratungsaufgaben stehen im Vordergrund. Eine gute Entwicklung. Bei einer Flächeneinführung fordern wir eine Qualifizierungsoffensive für die betroffenen Beschäftigten und einen realistischen Personalansatz.

Ein Thema für uns: Beraterische Aufgaben müssen zukünftig besser vergütet werden. Es müssen attraktive Aufstiegsmöglichkeiten auch außerhalb von Führungstätigkeiten in den Agenturen geschaffen werden! Die BA-Strategie 2025 bringt gute Ansätze mit, bedarf jedoch noch konkreter Ausgestaltung.

Es ist aber an der Zeit, dass der Befristungsanteil unter den Beschäftigungsmöglichkeiten – insbesondere auch in den Service Centern – flächendeckend unter die 10 % Grenze gesenkt wird. Auf eine freie Stelle muss zwingend ein Daueransatz erfolgen!

In einer sich rasant ändernden Arbeitswelt ist es zu dem an der Zeit, dass die BA eine Strategie entwickelt, wie im Prozess der Digitalisierung und Automatisierung die Kolleginnen und Kollegen mitgenommen und welche beruflichen Perspektiven ihnen angeboten werden können. Dazu zählen u.a. Qualifizierungsangebote.

Im Rahmen dieser Richtungsentscheidung muss entschieden werden, ob alles was möglich erscheint auch sinnvoll ist. ver.di fordert daher verlässliche Regelungen zur Wahrung der Interessen der Beschäftigten. Dieses können sowohl tarifvertragliche Absprachen und/oder Dienstvereinbarungen mit der Personalvertretung sein.

Der Leistungs- und Entwicklungsdialog (LEDi) wird neu aufgestellt. Wie, das steht noch in den Sternen. Wir erwarten von der BA ein System der Wertschätzung und Fokussierung auf die Stärken. Eine Verteilung nach Prozentanteilen (Quotierung A, B, C) hat damit nichts zu tun und wird von uns abgelehnt!

Apropos fehlende Wertschätzung.
Wo findet sich die Familienkasse (FamKa) bei der BA Strategie 2025 wieder. Etwa bei dem Satz “Wir gewähren zuverlässig Leistungen”. Wenn man den Text vorher nicht liest, klappt das mit viel Phantasie. Und wieder fühlen sich viele Kolleginnen und Kollegen aus der FamKa wie das 5. Rad am Wagen. Klare Ansage unsererseits: die Familienkasse gehört zur BA und es wird Zeit, dass die Kolleginnen und Kollegen vor Ort das auch spüren!