Jobcenter

Arbeitsbelastung in den Jobcentern!

abba-Studie des dguv

Arbeitsbelastung in den Jobcentern!

Arbeitsbelastungen und Bedrohungen in Arbeitsgemeinschaften nach Hartz IV – Abschlussbericht

Mit der Umsetzung der sog. Hartz-Gesetze zur Modernisierung der Dienstleistungen am Arbeitsmarkt entstanden im Jahr 2005 mit dem Hartz-IV-Gesetz Arbeitsgemeinschaften (kurz ARGEn;seit 1. Januar 2011 einheitlich JobCenter). Diese aus Bundesagentur für Arbeit und kommunalen Trägern bestehenden Einrichtungen sind für die Bearbeitung des Arbeitslosengeldes II verantwortlich. In dem Modellprojekt „abba – Arbeitsbelastungen und Bedrohungen in Arbeitsgemeinschaften nach Hartz IV“ wurde erstmals eine zielgerichtete und differenzierte Datengrundlage zu Anforderungen an Arbeitsplätzen in JobCentern geschaffen.

Fünf Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand und der Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland (DGUV) haben die Belastungs- und Bedrohungssituation der Beschäftigten in JobCentern detailliert erhoben und einen Blick auf die Beanspruchungsfolgen geworfen. Die verwendeten Instrumente erstreckten sich dabei auf standardisierte Fragebögen, Interviews sowie Betriebsbegehungen. Auf dieser Grundlage wurden technische, organisatorische und personelle Präventionsmaßnahmen abgeleitet und in einer zweiten Erhebungswelle evaluiert. Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass sich die umgesetzten Maßnahmen positiv auf die Belastungs- und Bedrohungssituation in den JobCentern ausgewirkt haben. Für den Bereich der allgemeinen Belastungen waren die Veränderungen moderat. Sowohl die Arbeitsmenge als auch die Bedeutung der Arbeit bzw. die Identifikation mit dem Arbeitsplatz sind weiterhin verbesserungswürdig.

Kritisch ist die Ausprägung des Beanspruchungsindikators „Emotionale Erschöpfung“ zu bewerten, der im Vergleich zur Norm deutlich erhöht ist. Sichtliche Erfolge konnten für die erhobenen Übergriffskategorien gefunden werden und auch das subjektive Gefühl, am Arbeitsplatz sicher zu sein, hat sich bei den Beschäftigten verstärkt. Ebenfalls eindeutige Verbesserungen konnten im Bereich der Arbeitsschutzorganisation erzielt werden. Zusammenfassend wird durch die Ergebnisse von „abba“ augenfällig, dass die Arbeitssituation der JobCenter-Beschäftigten mit hohen Anforderungen behaftet ist, die einen modernen und integrativen Arbeits- und Gesundheitsschutz erfordert.

Die Ergebnisse weisen aber auch auf die zu erwartenden Erfolge für die gesamte Organisation bei einer entsprechenden Umsetzung hin. In Kombination mit der Übertragbarkeit der Projektergebnisse auch auf ähnliche Einrichtungen (z.B. Sozialämter, Integrationsämter etc.) wird erkennbar, dass sich das Engagement für gesunde und sichere Arbeitsplätze lohnt.