Unfallversicherung

BG & UK Tarifinfo vom 21.07.2014

BG & UK Tarifinfo vom 21.07.2014

Abschließendes Arbeitgeberangebot zur Entgeltordnung liegt vor - Wie geht es weiter?

 

Am 9.7. haben wir in der dritten Verhandlungsrunde nach langen zähen Verhandlungen ein Verhandlungsergebnis erreichen können. Gleich zu Anfang der Verhandlungen erklärte uns die Arbeitgeberseite, dass sie die Vergütungsordnung des Bundes eins zu eins übernehmen wollen und keine Extras hierzu mit uns verhandeln werden. Dies hätten sie im Dienstrechtsausschuss so beschlossen. Das bedeutete für uns im Klartext:

Unsere Ideen zu einer Modernisierung der Entgeltordnung wie Teamleitungszulage, Ausbildungszulage, Sozial- und Methodenkompetenz als Fachkenntnisse waren für die Arbeitgeber nicht verhandelbar.

Damit ist aus unserer Sicht die Chance, die Entgeltordnung des Bundes auf die Besonderheiten der gesetzlichen Unfallversicherung anzupassen auf lange Sicht vertan. Wir haben deutlich gemacht, dass wir diese Position der Arbeitgeber nicht verstehen. Sie steht auch im krassen Widerspruch zu der 2010 mühsam ausgearbeiteten Prozessvereinbarung zur Entwicklung einer neuen Entgeltordnung. In Mittelpunkt der weiteren Verhandlungen des Nachmittags standen dann unsere beiden weiteren Forderungen:

-          6 Erfahrungsstufen für alle Entgeltgruppen

Hier mussten die Arbeitgeber ihr ursprüngliches Angebot deutlich nachbessern. Anfangs wollten sie die 6. Stufe zum 1.9.2015 einführen. Wir konnten dann in den Verhandlungen den Einführungstermin auf den 1.1.2015 vorzuziehen. Das bedeutet, wer am 1.1.2015 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 mindestens 5 Jahre Bewährungszeit in Stufe 5 verbracht hat, wird am 1.1.2015 automatisch in Stufe 6 eingereiht. Alle anderen Beschäftigten, werden entsprechend später -nach Ablauf ihrer individuellen 5 jährigen Bewährung- in die Erfahrungsstufe 6 eingereiht.

-          Leistungsorientierte Bezahlung

Ebenso wie beim Bund soll auch bei uns das Leistungsentgelt 2015 gestrichen werden. Wir konnten aber dafür in den Verhandlungen erreichen, dass dafür im Gegenzug die Jahressonderzahlung ab 2015 um 10 % auf:

-          EG 1 bis 8 zukünftig            100 %

-          EG 9 bis 12 zukünftig            90 %

-          EG 13 bis 15 zukünftig         70 %

einer Monatsvergütung angehoben wird.

Als soziale Komponente konnten wir dann ganz zum Schluss noch eine Einmalzahlung für die Entgeltgruppen 1 bis 9a in Höhe von 200 € erreichen. Diese soll am 1.1.2015 gezahlt werden.

Jetzt wird die ver.di Tarifkommission dieses abschließende Arbeitgeberangebot in ihrer Sitzung am 30.7. sorgfältig bewerten und dann den ver.di Mitgliedern zu einer Mitgliederbefragung vorlegen.

Denn am Ende haben bei ver.di immer die Mitglieder das Wort.

Daher haben wir mit den Arbeitgebern eine Erklärungsfrist bis zum 15.8.2014 vereinbart. Vermutlich wird die Arbeitgeberseite daher noch nicht im August die diesjährige Tariferhöhung umsetzen. Wir haben zwar mehrfach betont, dass das eine mit dem anderen in keinem Zusammenhang steht…

Ihre Rückmeldungen zu unserem letzten Flugblatt haben uns gezeigt, auch Ihnen ist eine sorgfältige Erarbeitung und Beratung der Entgeltordnung wichtiger als eine schnelle Umsetzung der diesjährigen Tariferhöhung. Und eins ist gewiss; auch Sie bekommen die diesjährige Tariferhöhung in voller Höhe. Vielleicht ist es für Sie interessant zu hören: Auch beim Bund ist die Tariferhöhung noch nicht umgesetzt. Grund dafür sind Softwareprobleme.