Unfallversicherung

BG Tarifinfo vom 12.06.2014

Gewerbliche Berufsgenossenschaften und Unfallkssen

BG Tarifinfo vom 12.06.2014

Kein Einlenken von ver.di in den Verhandlungen zur Entgeltordnung – keine Tariferhöhung für die Beschäftigten

             

2010 haben wir mit den Arbeitgebern ausführlich über eine Prozessvereinbarung zur Einführung einer neuen Entgeltordnung verhandelt. Ein lange umstrittener Kerngedanke war, parallel zu den Verhandlungen beim Bund die dortigen Verhandlungsfortschritte zu begleiten und auf die Übertragbarkeit auf den BG-AT zu überprüfen. Seit Anfang 2013 haben wir die Arbeitgeber aufgefordert, auf der Basis des Verhandlungsstandes Bund zügig mit uns in Verhandlungen einzutreten. Und trotzdem begannen die Tarifverhandlungen erst am 10.2.2014. Der zweite Verhandlungstermin war ein Vierteljahr später am 28.4.2014. Und der nächste Verhandlungstermin ist wieder ein Vierteljahr später am 9.7.2014. An diesem Termin möchten die Artbeitgeber gerne zu einem Ergebnis kommen, da sie sich vorher nicht in der Lage sehen, die Tariferhöhung aus der Vergütungsrunde zahlbar zu machen.

Ist die neue Entgeltordnung wirklich entscheidend für die Auszahlung der Tariferhöhung?

In den meisten Fällen wird nach Abschluss der neuen Entgeltordnung eine Höhergruppierung nur auf Antrag der oder des Beschäftigten rückwirkend zum 1.1.2014 vorgenommen. Das bedeutet, dass in jedem Fall eine Rückrechnung erfolgen muss. Übrigens beim Bund wird es die auch geben. Trotzdem erhalten erst einmal alle dort die Tabellenerhöhung.

Es gibt einen ganz geringen Personenkreis, den die Berufsgenossenschaften von sich aus nachberechnen müssten; den in der zukünftigen Entgeltgruppe 9a, bekannt als jetzige „kleine“ 9 mit den langen Stufenlaufzeiten Diese langen Stufenlaufzeiten entfallen zukünftig und stattdessen werden auch in der Entgeltgruppe 9 die gleichen Laufzeiten wie in den anderen Entgeltgruppen gelten.

Also:

Stufe

Bisher

Zukünftig

1

1 Jahr

1 Jahr

2

5 Jahre

2 Jahre

(neue 3)

 

3 Jahre

3 (neue 4)

9 Jahre

4 Jahre

4 (neue 5)

Endstufe

Endstufe

 

Wegen dieser kleinen Gruppe, die neu berechnet werden müsste, gibt die DGUV keine Freigabe zur Zahlbarmachung der Tariferhöhung für alle Beschäftigten. Ist das Anlass oder sachlicher Grund, uns in den Verhandlungen zur Entgeltordnung unter Druck zu setzen? Eins ist aber gewiss; auch Sie bekommen die Tariferhöhung. Allerdings rückwirkend. Und dann werden für alle Beschäftigten die Rückrechnungen ab März gemacht...Auf Euro und Cent.

Wie wahrscheinlich ist es, am 9.7. zu einem Abschluss zu kommen?

In den letzten beiden Runden haben sich die Arbeitgeber unsere Argumente angehört, sie zur Beratung wieder mitgenommen. Weitergekommen sind wir keinen Schritt. Wie sollen wir da abschließen? Entweder die Arbeitgeber bewegen sich am 9.7. einen Riesenschritt auf uns zu oder wir nehmen alle unsere Forderungen zurück?

Welche der beiden Varianten halten Sie für wahrscheinlicher?

Wenn wir unsere berechtigten Forderungen zurücknehmen, ist das Fenster für eine Weiterentwicklung der Entgeltordnung für die gesetzliche Unfallversicherung zu.