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Stand der Dinge beim Tarifvertrag „Neue Arbeitswelten“

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Stand der Dinge beim Tarifvertrag „Neue Arbeitswelten“

Die aktuellen Tarifvertragsentwürfe zum Thema enthalten noch sehr viele Löcher.
Käse Löcher Lebensmittel Essen garyzinc1221, pixabay.com Fast jeder Käse hat Löcher, wenn er aufgeschnitten wird!

Was haben Käse und der Tarifvertrag „Neue Arbeitswelten“ gemeinsam?

Ein Käse sieht von außen wunderschön aus: glatt, glänzend und sehr schmackhaft! Auch der Tarifvertrag „Neue Arbeitswelten“ soll u. a. einen dauerhaften – schmackhaften – Rückgruppierungsschutz beinhalten. So haben es die Tarifvertragsparteien in den tarifvertraglichen Eckpunkten vereinbart (siehe dazu unsere Tarifinfos 07/2020 und die Tarifinfos 07/2019).

Aber! Fast jeder Käse hat Löcher, wenn er aufgeschnitten wird! Auch die aktuellen Tarifvertragsentwürfe rund um das Thema „Neue Arbeitswelten“ enthalten noch sehr viele Löcher!

Wo sind die „Löcher“ und was will ver.di?

Aktuell am beträchtlichsten und bedeutendsten ist der Geltungsbereich, d. h. Wann ist der Tarifvertrag für wen anzuwenden? Der Arbeitgeberentwurf sieht vor, dass der Tarifvertrag zur Beschäftigungs- und Vergütungssicherung nur anwendbar ist, wenn eine wesentliche Anzahl der Beschäftigten in der jeweiligen AOK von Veränderungen betroffen ist. Alles andere soll stattdessen in einer Dienst-/Betriebsvereinbarung geregelt werden können.

ver.di will einen Tarifvertrag, der nicht nur große organisatorische Veränderungen/Umstrukturierungen regelt (wie z. B. aktuell bei der AOK Bayern, AOK Rheinland/Hamburg und AOK Baden-Württemberg). ver.di will einen in die Zukunft orientierten Tarifvertrag, der die Beschäftigen auch in den fortlaufenden Veränderungsprozessen und Umbrüchen der digitalen Arbeitswelt schützt.

Außerdem möchte die Arbeitgeberseite viele Inhalte bzw. im Zweifelsfall auch den Geltungsbereich in Dienst-/Betriebsvereinbarungen regeln. Diese werden von den (Gesamt-)Personal-/Betriebsräten ausgehandelt. Das bedeutet: Elf Landes-AOK’en, Bundesverband oder ITS Care verhandeln mit 13 (Gesamt-)Personal-/Betriebsräten auf den unterschiedlichen Grundlagen der Landespersonalvertretungsgesetze oder des Betriebsverfassungsrechts. Das kann keine einheitlichen Regelungen für alle AOK-Beschäftigten schaffen!

Seit Mitte letzten Jahres haben wir in zahlreichen Arbeitsgruppensitzungen mit der Arbeitgeberseite Tariftexte zu den verhandelten Eckpunkten erarbeitet. Dort wurde sich u. a. zum Thema Qualifizierung bereits weitgehend bzw. auf viele Detailregelungen beim Zeitwertkonto verständigt. Die nun im Februar begonnenen Verhandlungen zu den nach wie vor offenen Punkten laufen jedoch sehr zäh und nicht nach dem Geschmack von ver.di!

Was will ver.di weiterhin?

ver.di möchte einen

  • greifbaren,
  • an den Eckpunkten orientierten,
  • für ALLE AOK-Beschäftigten in Deutschland geltenden Tarifvertrag

und „keine Zweiklassen-Gesellschaft“!

Die Eckpunkte sind im Ganzen keineswegs „Käse“ aber wir wollen nicht, dass Beschäftigte aufgrund schlechter Regelungen oder unzureichender Begrifflichkeiten in Veränderungsprozessen nur auf die „Löcher im Käse“ treffen.

Wir meinen:

  • Alle Beschäftigten haben den gleichen Anspruch auf Sicherheit bei Einkommen und Arbeitsplatz!
  • Der neue Tarifvertrag darf nicht hinter bestehende Tarifvertragsgrundlagen zurückfallen.
  • Er darf auch keine günstigere Dienst-/Betriebsvereinbarungen beeinträchtigen.
  • Der Tarifvertrag darf den Tenor der vereinbarten Eckpunkte zu den „Neuen Arbeitswelten“ nicht konterkarieren!

Fazit: Die ver.di-Bundestarifkommission wird das Ziel mit guten, einheitlichen Bedingungen für alle AOK-Beschäftigten weiterverfolgen!

Diese Infos gibt es hier als PDF, gerne auch zum Weiterverteilen in eurem Betrieb vor Ort:


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Also: Mitmachen, mitreden, mitbestimmen! Denn je mehr wir sind, umso besser können wir eure Interessen durchsetzen!
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