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Tarifinfo: Die Zukunft ist das Heute von morgen bei der BARMER...

Gesetzliche Krankenversicherung

Tarifinfo: Die Zukunft ist das Heute von morgen bei der BARMER...

Kurz vor Jahresende lassen wir den Stand der Dinge Revue passieren.
Ziege Sturkopf Disckschädel Kampf Verhandlung Tauziehen CC0 Creative Commons, Pixabay.com Bei der BARMER haben wir 2018 einige Erfolge erkämpft!

Das wollen wir tun für den „Tarifvertrag Zukunft“ – unsere Jahresbilanz 2018 bei der BARMER

Das Wichtigste vorab: Wir haben gekämpft und einen ersten wichtigen Erfolg erzielt. Die Forderung des Arbeitgebers, die sogenannten „Unkündbaren“ ausnahmsweise im Zusammenhang mit Rationalisierungsmaßnahmen kündbar zu machen – ist vom Tisch!

Und auch bei diesen Dingen geht es positiv voran:

a) Einstieg Digitalisierung

  • kostenfreie Bereitstellung erforderlicher Arbeitsmittel, Geräte, Software – jeweils auf dem aktuellen Stand
  • Qualifizierungsanspruch für die Beschäftigten während der Arbeitszeit
  • Anforderungen an Gesundheitsschutz und Ruhezeiten

b) Einstieg Demografie

  • regelmäßige Demografieanalyse, d.h. die Betrachtung des qualitativen und quantitativen Personalbedarfs als Grundlage für entsprechende Personalentwicklungsmaßnahmen
  • Beschreibung von Handlungsfeldern für betriebliche Maßnahmen (Arbeitsorganisation, betriebliche Gesundheitsförderung, Qualifizierung und lebenslanges Lernen), Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Soziale Absicherung

    Der aktuelle Stand zur sozialen Absicherung bei notwendigen Anpassungsmaßnahmen des Arbeitsgebers (Ratio)

    Gut unterwegs bzw. in weiten Teilen auf einem Nenner sind wir bei den Unterthemen:

    • Auslösende Ereignisse
    • Weiterbeschäftigung
    • Schulungs- und Bildungsmaßnahmen
    • Umsetzung-Versetzung-Besitzstandswahrung-Rückgruppierung

    Insbesondere die Besitzstandswahrung bei Rationalisierungsmaßnahmen hat für die ver.di Bundestarifkommission eine hohe Priorität.


    Unterschiedliche Haltungen und Auffassungen haben wir bei den Themen:

  • 1. Altersteilzeit

    ver.di Forderungen:

    • keinen Bezug mehr auf Jahrgänge, sondern Voraussetzungen nach Alter definieren
    • Rechtsanspruch für Beschäftigte ab dem 59. Lebensjahr, bei Rationalisierungsmaßnahmen ab dem 55. Lebensjahr
    • Dauer der Altersteilzeit bis mindestens zehn Jahre möglich, um die Chance zu haben, in die abschlagsfreie Rente gehen zu können
    • wenn Rentenabschläge, dann entsprechende Ausgleichszahlungen
    • Aufstockungsbetrag: weg von der Mindestnettolohntabelle (wird seit Jahren nicht weiterverhandelt) hin zu 81 Prozent der Nettovergütung
    • Block- und Teilzeitmodelle müssen möglich sein

    Wichtig ist uns, dass es sich hierbei um einen eigenständigen Tarifvertrag Altersteilzeit handelt, der unabhängig von möglichen Rationalisierungsmaßnahmen Beschäftigten eine gute Altersteilzeit ermöglicht.

    Der Arbeitgeber ist bereit, in Sachen Altersteilzeit folgendes zu tun:

    • Altersteilzeit soll ab dem 55. Lebensjahr möglich sein, allerdings ohne Rechtsanspruch!
    • Kündigungsmöglichkeit des Tarifvertrages ohne Nachwirkung
    • Höchstdauer für Altersteilzeit beträgt maximal acht Jahre
    • Block- und Teilzeitmodell möglich
    • Aufstockung des individuellen Netto-Betrages – Beibehaltung der bisherigen Höhe (ca. 75 Prozent)
    • Ausgleich der Rentenkürzungen (nicht Teil 4 und 5) bei vorzeitiger Inanspruchnahme und nur im Zusammenhang mit Rationalisierungsmaßnahmen in Form einer Einmalzahlung zu Beginn der Altersteilzeit – als Ausgleich der Abschläge für zehn Jahre = 120 x monatlichem Rentenabschlag (auf Basis der Rentenauskunft zum Zeitpunkt der Vereinbarung)

    Hier hat ver.di weiterhin einen starken Verhandlungsbedarf! Denn eine Altersteilzeit macht nur Sinn, wenn Beschäftigte sich diese leisten können!

  • 2. Sozialauswahl bei Rationalisierungsmaßnahmen

    Die Arbeitgeberseite fordert eine Sozialauswahl innerhalb der betroffenen Dienststelle innerhalb bestimmter Altersgruppen zur Beibehaltung der bestehenden Altersstruktur (Bildung von Alterskohorten). ver.di fordert die Beibehaltung der bundesweiten Sozialauswahl.

    Konsens besteht (unter Vorbehalt einer Gesamteinigung) in dem Punkteschema zur Sozialauswahl. Zusätzlich zu Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung wurde das Kriterium „allein Unterhaltsverpflichtete unabhängig von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Kinder“ mit aufgenommen.

  • 3. Zusätzliche personalwirtschaftliche Instrumente zur Vermeidung von Kündigungen

    Hier gibt es insbesondere noch Verhandlungsbedarf in Hinblick auf Aufhebungsverträge mit Abfindungen sowie in Hinblick auf Hinzuverdienstmöglichkeiten während der Beurlaubung.

    Im Bereich der Beurlaubung ist der Arbeitgeber mittlerweile bereit, für Beschäftigte des Teils 1-3 des Tarifvertrages Altersversorgung im Rahmen einer Gesamteinigung eine Einmalzahlung zu zahlen in Höhe von 4 Prozent des letzten ruhegehaltsfähigen Bruttomonatsgehaltes für jeden Monat der Beurlaubung als Ausgleich für die entstehenden Nachteile bei der betrieblichen Alters- und Hinterbliebenenversorgung.

  • Außerdem: Tarifvertrag "Lebensarbeitszeitkonten"

    Ein weiterer noch offener Tarifvertrag, der mit dem "TV Zukunft" verbunden ist, allerdings als eigenständiger Tarifvertrag verhandelt wird, ist der TV Lebensarbeitszeitkonten (Zeitwertkonten).

    Hierzu haben die Tarifvertragsparteien bereits zu Beginn der Tarifverhandlungen inhaltlich die damit verbundenen Klärungsbedarfe formuliert, wie zum Beispiel:

    • Verfügungsrecht
    • Einstellungsmöglichkeiten für Beschäftigte, d.h. Was darf auf das Lebensarbeitszeitkonto eingezahlt werden (z.B. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen etc.)
    • Verwendungsmöglichkeiten für Beschäftigte
    • Insolvenzsicherung für das eingezahlte Werteguthaben

    Die Einrichtung von Lebensarbeitszeitkonten muss nach Auffassung von ver.di in einem eigenen Tarifvertrag geregelt werden.

    Zusätzlich ist die ver.di-Forderung nach zusätzlichen Leistungen im Zusammenhang mit Rationalisierungsmaßnahmen im Sinne der Beschäftigten.

 
 

An dieser Stelle ein Zitat von Willi Löhr (gilt auch für Unternehmen)...

„Wer Lebenszeit nicht als Lebenssinn betrachtet, wird auch den Demografiewandel als Lebensprozess nicht erkennen. Demografiewandel, das heißt Gesellschaftswandel, braucht Zeit und Lebensführung mit Herz!“ – Willi Löhr


Die Verhandlungen zum „Tarifvertrag Zukunft“ werden Ende Januar 2019 in Berlin fortgesetzt.

Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen, wie viel Zeit die Verhandlungen noch in Anspruch nehmen werden, bis ein Tarifergebnis erzielt wird.

Wenn es weitere Verhandlungsstände gibt, werden wir entsprechend informieren (auch hier auf unserer Seite). Und bei einem möglichen Tarifabschluss sind natürlich wieder die ver.di-Mitglieder gefragt!

Diese Tarifinfo gibt es auch als PDF zum Ausdrucken und Verteilen an eure Kolleginnen und Kollegen (für alle, die nicht so gerne online lesen):


Wie geht es weiter?

Jetzt möchten wir uns erst einmal bei den ver.di Mitgliedern für die Unterstützung bedanken und wünschen allen ein zauberhaftes Weihnachtsfest im Kreise der Lieben, Zeit für die schönen Dinge des Lebens und einen tollen Start ins neue Jahr!

Und für 2019 gilt weiterhin: Stark mit euch, stark mit ver.di

Gebt uns Rückendeckung in eurem eigenen Interesse!


Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

Dann mal los – für faire Tarife bei der BARMER!


Ich will mehr Infos zu ver.di!

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