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Tarifinfo BARMER: „Vertriebsprämie“ – so nicht!

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Tarifinfo BARMER: „Vertriebsprämie“ – so nicht!

ver.di Bundestarifkommission lehnt Ergebnis einstimmig ab.
Ablehnung Nein CC0 Creative Commons, Pixabay.com Ablehnung Nein

Die ver.di Tarifkommission hat aufgrund der Rückmeldungen aus dem Vertrieb das Verhandlungsergebnis von Mitte November 2018 einstimmig abgelehnt!

Im Anschluss an die ver.di Veröffentlichung zum Verhandlungsergebnis Tarifvertrag „Vertriebsprämie“ erreichten uns unzählige Rückmeldungen von ver.di-Mitgliedern und Beschäftigten aus dem Bereich Vertrieb. Vielen Dank dafür!

Alle Rückmeldungen hatten eines gemeinsam: Das vorliegende Verhandlungsergebnis sei weder Motivation noch Wertschätzung für die Arbeit im Vertrieb. Einige empfanden dieses Ergebnis als einen absoluten Tiefschlag.

Folgende Hauptkritikpunkte äußerten die ver.di Mitglieder und Beschäftigten im Vertrieb:

  • Sockel definitiv zu hoch!

Die vom Arbeitgeber vorgelegte Sockelberechnung scheint realitätsfern zu sein, da die vereinbarten Zielerreichungsgrade vor Ort oftmals niedriger sind, als der beschriebene Sockel von 100 Aufnahmen / 60 Rückwerbungen. Wie passt das zusammen?

Selbst wenn eine Geschäftsstelle ein Zielerreichungsgrad mit 120 Prozent erfüllt, kann es sein, dass niemand aus der Geschäftsstelle eine Prämie generiert, weil der vorgeschriebene Sockel von 100 Aufnahmen nicht überschritten wurde.

Im Vergleich zum bisherigen Tarifvertrag: VBA in der VG 7 erhielt eine Prämie ab dem 151. Punkt. Diese Grenze war zum Beispiel schon mit 38 Auszubildenden oder 25 Studierenden erreicht. Jetzt benötigt man 100 Aufnahmen, um eine Prämie zu erhalten.

Das bedeutet, dass der VBA 75 Aufnahmen mehr machen müsste, damit sie/er eine Prämie erhalten könnten.

Gleiches gilt für die Rückwerbungen. Wurde bisher ab der ersten erfolgreichen Rückwerbung eine Prämie gezahlt, müssen jetzt 60 erfolgreiche Rückwerbungen gemacht werden, um Prämien bekommen zu können.

Das ist angesichts der durchschnittlichen Rückwerbequote und den Voraussetzungen einfach utopisch! Anders als vom Arbeitgeber dargestellt, werden ab dem 01.01.2019 in zehn HGS Rückwerbungen durch die Outbound-Telefonie übernommen.

  • erhebliche Abwertung der Prämienhöhe

Ein VBA in VG 6 bekommt ebenfalls weniger. Nach dem bisherigen Tarifvertrag erhielt die oder der VBA für eine TOP Neuaufnahme in 2018 (Studierende/JAG/Selbständige über BBG) 102 Euro für jede dieser Aufnahmen (17 Euro * 6 Punkte).

Mit dem neuen Tarifvertrag wären diese Neuaufnahmen jeweils nur noch maximal 70 Euro wert. Das macht einen Verlust von über 30 Prozent.

Auch bei den Rückwerbungen gäbe es deutliche Verschlechterungen der Prämienhöhe.

Die positiven Aspekte des Verhandlungsstandes wie z.B. Bestandswirksamkeit = Tag des Beginns der Mitgliedschaft, das Zusammenrechnen von Aufnahmen und Rückwerbungen und die Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten, wiegen eure Hauptkritikpunkte nicht auf.

Das vorliegende Verhandlungsergebnis war das, was der Arbeitgeber bislang bereit war, zu tun. Die ver.di Tarifkommission hat aber aufgrund der Rückmeldungen aus dem Vertrieb das Verhandlungsergebnis einstimmig abgelehnt!

Die Arbeitgeberseite ist aufgefordert, die Verhandlungen mit ver.di fortzuführen.

Diese Tarifinfo gibt es auch als PDF zum Ausdrucken und Verteilen (für alle, die nicht so gerne online lesen):


Wie geht es weiter?

Um die Verhandlungen in eurem Interesse zum Erfolg bringen zu können, bedarf es ganz klar:

  1. eurer Rückmeldungen zum Verhandlungsergebnis auch an den Arbeitgeber!
  2. Mitglied in ver.di zu sein!
  3. eurer aktiven Unterstützung gewerkschaftlicher Aktionen!

Also, Leute: Stark mit euch, stark mit ver.di

Gebt uns Rückendeckung in eurem eigenen Interesse!


Immer noch nicht Mitglied bei ver.di?

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